// 2A3 Single Ended Amp - 2020

Nachdem ich vor ein paar Jahren eine 6C4C oder 6B4G versuchsweise in Betrieb genommen hatte, entschloss ich mich nach der 845 zum zweiten Mal an ein Röhrenprojekt mit einer direkt geheizten Triode, einer 2A3. Links ein Auszug einiger Teile, mein Kollege in Essen spendierte mit ein paar 2a3 von Sovtek, zusammen mit ein paar AÜs von Trafo Baule, die ursprünglich für eine 300b gedacht waren. Hier wieder ein klassischer Holzbausatz. Schublade aus dem Hellweg -Baumarkt...


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Hier habe ich bereits die Hartpappe 'zurechtgeschnitz' für die Trafos, Sockel, AÜs und bereits grundiert...


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Auf diesem Bild sind diese bereits mit Hammerite in einem Metallic Silber gestrichen bzw. gerollt.


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Die Röhren wurden bereits schon mal hereingesteckt zusammen mit den Trafos für die Anoden- bzw. Heizspannung. Aber irgendetwas fehlt, es war mir nahzu zu symetrisch, und leer in der Mitte... ich hatte noch eine Handvoll EM80 Anzeigeröhren, die man aus alten Radios kennt und somit stand die Ausführung fest.


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Im Leuchtbetrieb. Schlatung kann man sich bei Borngräber, PCL86 mit EM80 anschauen...


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Hier bereits der fertige Amp in Betrieb. Zur Aufbereitung der Gleichspannung habe ich dem Ganzen noch eine EZ4 spendiert. der Ringkerntrafo ist von Thel und liefert 270V Sekundärspannung sowie 2x 6,3V für die Heizung. Für die 2a3 gibt es einen separaten Heiztrafo. Die Schaltung funtioniert mit einem 10W Entbrummer-Poti ganz ausgezeichnet und sorgt sogar an den Eckhörner für brummfreien Sound.


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Eine Frontalaufnahme des Verstärkers mit einer 2A3C von Shuangung : Zitat aus dem 'Analog -Forum' von 2015 :

Unterschiede zwischen 2A3 und 300B in identischen Verstärkern kann ich nicht beisteuern. Im Laufe der Jahre habe ich jedoch einige 2A3 aus aktueller Produktion ausprobiert. Die mit * gekennzeichneten Röhren befinden sich noch in meinem Besitz und laufen mehr oder weniger regelmäßig in meiner Ederer 2A3 (c3m / 5U4G). - Shuguang 2A3 Dual-Plate: Recht dünner, leicht spitzer Klang. Grundton recht schlank. Am positivsten noch der Mittelton, da recht transparent. Liegt möglicherweise auch am schlanken Grundton. Meine beiden Exemplare waren deutlich mikrophonieempfindlich. Werden aktuell wohl nicht mehr produziert, sind aber gelegentlich noch als Neuware erhältlich. - Shuguang 2A3-B: Grundton deutlich souveräner als die Dual Plate aus gleichem Hause. Weniger transparent und leicht dunkler Gesamtcharakter. Auf Grund des geringen Preises aber durchaus empfehlenswert. - Shuguang 2A3-C*: Meine absolute Preis-/Leistungsempfehlung und hier als "Alltags-Röhre" im Einsatz. In allen Belangen den zuvor genannten Röhren überlegen. Satter aber definierter Grundton, transparente Mitten und ein ausgedehnter aber weicher und fast schon seidiger Hochtonbereich. Dazu tolle Raumwiedergabe. Insgesamt garnicht soooo weit von einer RCA Dual-Plate weg. - Full Music (Sophia Electric) 2A3/n*: Wunderschön anzusehen mit ihren gelochten Anodenblechen. Klanglich auf dem Niveau der 2A3-C mit Vorliebe für einen klangfarbenstarken Grundton. Bedenkt man den heutigen Preis für ein Pärchen, empfehle ich eindeutig die 2A3-C oder ein gut erhaltenes Paar alter Originalröhren. - Sovtek 2A3: Vielfach gelobt, für mich jedoch eine herbe Enttäuschung. Prinzipiell ohne wirkliche Schwächen, jedoch völlig uncharmanter, grobkörniger Klang. Zudem von plausibler Raumdarstellung keine Spur. Hier würde ich immer die preislich adäquate 2A3-B bevorzugen. ... (Marc, 2015)

Ich kann hier nicht viel inhaltlich zu beisteuern. Die klanglichen Unterschiede zur Sovtek 2a3 sind marginal. In welche Richtung ist Geschmackssache. Rein optisch bewegt sich der Shape der Shuagung eher in Richtung 300b.... und das Auge 'hört' immer mit ...


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Hier das Schaltbild des Netzteils. Die Grätzbrücke an der sek. Seite für die Betriebsspannung Ub ist zur Absicherung der EZ4. Der Ringkerntrafo hat einen sehr geringen Innenwiderstand. Der erste 32my Elko ist ebenfalls EZ4 geschuldet, mir sind schon einige abgeraucht aufgrund des zu hohen Anlaufstromes und des nicht mehr vorhandenen Anodenschalter für den Stand-By Betrieb. Diese Schalter ist Gift für eine Gleichrichterröhre, da die Elkos leer sind und die Gleichrichter-Röhre kurzzeitig an Ihre Grenze getrieben wird. Also besser mit einer Grätz-Brücke mit 1N4007 Dioden realisieren oder Ähnlichem....Wichtig ist bei der EZ4, das Plus mit einer Seite der Heizung verbunden werden muss, wegen der geringen Isolierungswirkung der EZ4. Wie bereits oben beschrieben klappt das Ganze brummfrei, Entbrumm-Potis lassen sich exakt einstellen. Heizung in Gleichspannung ist also nicht unbedingt von Nöten, kommt auch der gleichmäßigen Erhitzung des Glühfadens bei 300b und 2A3 (DHT)zu Gute. In dieser Schaltung fungiert die EZ4 nur als 'Soft-Start' Röhre, da ansonsten die volle Leerlaufspannung (382V) anliegt, das die Röhren noch nicht aufgeheizt sind. Erst im warmen Zustand pendelt sich die Ub ein, das dauert bis zu 10sec. ! Hier auch unter frihu.com /Röhrengleichrichter nachzulesen.


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Das Bild evtl. mit der 'rechten Maustaste' in einem neuen Tab aufrufen für bessere Leslichkeit. Webseiten lassen sich aber auch mit 'STRG' (oder CRTL) '+' vergrößern oder mit '-' verkleinern. Die Grafiken sind mit TinyCAD entstanden /Open Source für Windows... nicht immer 100% passend aber doch gut !

Zum Kern der Sache : Als Treiber eine EF80 in Trioden-Schaltung, die 2A3 wird bei einer Ua von 250V mit Ia von 60mA betrieben, die Kathodenwiderstände sind für 10W ausgelegt und werden recht heiß. Die Ausgangsübertrager waren ursprünglich für eine 300B gedacht und sind von Trafo Baule, echt schwere Teile in M102. Die entnommene Spannung im Leerlauf an der Sekundärseite beträgt 1,414 (Faktor Wurzel 2), bei Last fällt dieser dann auf das 1,1 bis 1,2 fache zurück. Das liegt an der Qualität des Trafos. Für die Berechnung der Bauteile (hier : Siebwiderstände) muss man auch den ohmschen Widerstand der Ausgangsübertrager berücksichtigen. Auch hier fällt eine Spannung in Abhängigkeit von Ia (Ohmsches Gesetz) ab. Für die Ua bleibt dann : Ua = Ub - dU(AU) - dU(RSieb) - Ug (Betriebsspannung - Spannungsverlust am AU - Spannungsverlust der Siebwiderstände - Gitterspannung. Bei einer 2A3 sollte dieser bei 250 - 260V liegen bei Class A Single Tube Amplifier. (SE). Das muss entsprechend vorher einkalkuliert werden. Die Kathoden-Widerstände mti 10W einkalkulieren (P=UxI, 50V x 0,05A = 2,5W in Hitze !). Noch besser die -50V Ug vorspannen durch eine separate Wicklung am Trafo.


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Zum Klang: Wie klingt er denn ? Besser gefragt- wie reproduziert er denn.. sehr gut ! Das ist nun mein gefühlt zwanzigster 'DIY - Bausatz'. Natürlich auch eine Frage der Ausgangsübertrager. Obwohl ich auch mit kleinen Kernen mit AÜ von TBT-Trafobau sehr gute Ergebnisse erzielt haben, solange die 50mA bzw. 1-2 Watt nicht überschritten werden. Im Vergleich zur 6AS7 oder 1626 klingt er etwas sauberer und klarer. Vielleicht aufgrund des geringen Klirrs !? Die Kennlinien der 2a3 sind sind schon sehr linear im Ua/Ia Diagramm, das ist wohl ausschlaggebend. Eine Gegenkopplung ist nur durch das Weglassen des Ck an der EF80 realisiert, also eine schwache Stromg-GK, da Rk nur 470 Ohm beträgt. Die generelle Berechnung von Bauteien zur Beschaltung von Verstärker-Röhren lassen sich sehr gut aus diesem Kompendium entnehmen, Besser kann man es kaum verständlich erklären : tractatus-calculo-amplifikatus.