Eintakt 6ASL mit VT76 'Tung Sol' als Treiberröhre

Nachdem ich in der e-Bucht ein paar 76er erstanden hatte, war das Interesse entsprechend groß, diese in eines meiner Röhren-Projekte einfließen zu lassen. Bei der VT76 handelt es sich um eine amerikanische Röhre, die erstmals 1927 auf den Markt kam... Sie hat, wie ich meine, eine wunderschöne Cokebottle -Form und ist im Verlauf der Gitterlinien sehr linear bei zugleich niedriger Verstärkung. µ=17.


VT76

Unten das bereits veränderte Gehäuse hinsichtlich der Röhrenanordnung, VT76 nur aufgesetzt... Die 6SL7GT verschwand zunächst nach 'hinten', die 6ASL von Svetlana rutschte nach vorne, die VT76 entsprechend links und rechts daneben. Die UX5 sind im Vergleich zu den Noval oder Oktal-Sockeln größer und stechen hervor, ist ist jedoch schwierig, Leuchtbild der 76 oder Sockel zu symetrieren... man muß sich für etwas entscheiden. Da ich mehrere gematchte 76er hatte, fand ich schließlich ein Päarchen, welches meinem 'Symetrie-Gefimmel' am nächsten kam....

VT76

Aufnahme von schräg links, die Front muß nachlackiert werden, bei Blitzlicht erscheint der farbige Unterschied recht groß..


VT76

Als nächstes der Innenaufbau, der komplett weichen mußte!


VT76

Hier schon ein Bild mit den arretierten UX5 -Sockeln auf dem Aufbau ! Hinter der 6ASL noch ein Oktal -Sockel, falls ich noch aus Gründen Verstärkung eine 6SL7 Treiber für die 76er benötige...Leider mußte ich die Sockel auf dem Gehäusedeckel aufbringen, da eine Montage von unten zu unstabil ist !


VT76

Der Anodenwiderstand Ra der VT76 beträgt 18 kOhm. Der Arbeitspunkt liegt gewählt bei 7,0 V bei 3,5 mA. Rk liegt dann rechnerisch bei 2k Ohm.


VT76

Dann wäre ein Spannungs-Swing von ca. 80 bis 200V möglich. Für die 6ASL benötige ich bei meiner Konstruktion ca. 130V, also ist die Schaltung minimal unterversorgt, an meinen Fostex-Hörnern benötige ich aber keine 3W. Ansonsten müßte ich die Ub bei den 76er auf 300V bringen, bedeutet aber einen zweiten Aufbau für separate Trafospannung incl. Gelichrichtung und Siebkette.


VT76

Hier wieder der Beginn der 'fliegenden Verdrahtung'...Vorher - Nachher !


VT76

So, nun der Rest, leider habe ich im 'überschwenglichen Lötwahn' keinen Platz mehr für die Kathoden-Elkos der 6AS7 gefunden, daher finden sich beide oben links an der Masselinie... sie müssen allerdings noch mit dem Sockel verbunden werden. Die Zuleitungen strom- und signalführend sind zunächst provisorisch, der Endschliff kommt nach zufriedenem Soundcheck in den nächsten Tagen.


VT76

Gesagt getan...wie bereits in der ersten Ausführung mit der 6SL7 GT luftiger, trockener, trioden- typischer Klang, allerding wie befürchtet muß man dem Nakamichi-Preamp am Volume-Regler alles abverlangen um die volle Leistung zu bekommen, auf Dauer konnte es so nicht bleiben. Steht der Loudness-Regler allerdings auf 'normal' geht es mit der Lautstärke einigermaßen. Leider kann man den Regler im Gegensatz zu Bass & Höhen nicht bypassen.


VT76

Hier noch einmal eine Nahaufnahme...


VT76

Und hier der Nakamichi -Vorverstärker aus den 70ern !


VT76

Das ist bereits ein Bild mit der davorgeschalteten 6N6P, einer russischen 12BH7. Die 76er mußte ein wenig 'unterfüttert werden, da sie selbst knapp 15V benötigt um in meiner Schaltung voll auszusteuern. Dazu benötigte ich eine Röhre mit ebenfalls wenig Verstärkung. Eine 12BH7, 6463 oder E88CC konnte die Lösung sein. Das Bild zeigt den akt. Aufbau mit der 6N6P, einer Low-Mu Doppeltriode.


VT76

Unter dem 'Brett' siehts bereit ziemlich voll aus, Löten fällt sehr kniffelig aus.. Die 6N6P ist durch den fehlenden Ck stromgegengekoppelt. Im Zustand ohne Musiksignal hört man noch minimale Störgeräusche, geschuldet dem dreistufigen Aufbau durch die Verstärkungen der einzelnen Stufen. Evtl. schafft noch Gleichstrom bei der Heizung für Abhilfe. Zur Zeit ist sie nur mit 2x 150 Ohm symetriert. In dieser Schaltung ist die 6N6P auch gegen eine E88CC (Spanngitterröhre) auszutauschen. Klanglich macht sich das kaum bemerkbar. Der 'Sound' ist einfach gut und gefällt mit spontan besser als in der Schaltung mit einer 6SL7 GT. Allerdings fehlt jetzt der direkte Vergleich... Breite Bühne, Stimmen und Instrumente klar gefächert, staubtrockener konturierter Bass. Jack Bruce /Robin Trowers Seven Moons spielen gewaltig auf, John Lee Hooker's 'The Healer' bringen seine Epiphone mit Obertönen auf Hochtouren...Macht irre Spaß, sich diese Scheibe in Kombination mit Hornlautsprechern anzuhören. Es fehlt noch der Schaltplan...


VT76

Hier noch einem die fertige Röhre von vorne... Wer findet den Fehler ?? Okay -6n6p raus, E88CC rein ! Die rote Schrift stört ein wenig. Aktuell habe ich ein 6922 von Jan Philipps eingebaut, das sollte der Endzustand sein. Auf dem Photo ist dies aber nicht zu sehen.


VT76

Und hier die rechte Seite meines Racks mit dem Fostex FE206 und dem BK-208 Gehäuse.


6AS7 E88CC 76

Hier noch der fehlende Bauplan in Anlehnung an den Liliput -Bauplan mit der 6080 -Röhre. Als einzige Gegenkopplungsmaßnahme kommt z.Z nur eine Stromgegenkopplung zum Tragen durch Weglassen des Kathodenkondensators Ck an der E88CC. Auf eine 'Über-Alles-GK' von der Sekundärseite des AÜ an die Kathode oder den gesplitteten Widerstand Rk der Vorröhre, habe ich verzichtet. In eigener Sache : Der 670 kOhm Ableitwiderstand nach der 76 sollte noch auf 270kOhm gesenkt werden, der Auskoppelkondensator sollte min. 0,22 µF betragen.