Der heilige Gral, 845

Update, 20.07.2019

Ein Selbstversuch...Eine 845 zu besitzen, bzw. zu bauen war schon immmer meine Endvorstellung von dem, was ich am Ende von Allem zum Ziel hatte. Nun ist es soweit.... Als Vorversuch bestellte ich mir ein paar 6C4C als Vertreter direktgeheizter Trioden und mir gelange es mit einer -C-R-C- Heizungsgleichspannung auf Anhieb einen völlig brummfreien Verstärker zu erschaffen und das an einem Eckhorn ! Soweit so gut. Das war dann der geglückte Feldversuch zu weiteren sinnlosen Aktionen, wie der zum Bau einer 845. Natürlich will ich mich nicht sofort umbringen, daher beschloss ich die 1000V Marke kategorisch auszuschließen. Es gibt viele gute Seiten zum Thema 'Low Voltage 845' wie z.B http://www.vt4c.com. Auch wird die Meinung vertreten, eine 845 käme bei diesen Spannungen von 450V Ua nicht so richtig zur Entfaltung. Also ist alles dabei von 'Holy grail', bis zu Ablehnung bei niedriger Ub.. man liest viel, auch von denen, die viel lesen... und schreiben!?


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Nun kommt eine Sache, die mir seit Wochen Kopfzerbrechen bereitet. Der Auswahl des geeigneten Gehäuses nebst Innereien...Zur Planung, man nehme als erster erstes eine Holztablett oder Schublade oder Holzkiste aus dem Baumarkt... Ihr könnt nehmen was ist wollt... Nur sicher muss es sein und Holz darf nicht zu heiß werden. Außerdem ist Holz ein guter Isolator ;-)...Zurück zur Idee: Im Vergleich zur 2a3 oder 300b soll die 845 was den Brumm angeht empfindlicher sein, es sind ja auch 10V. Daher kommt für mich nur eine Gleichstromheizung in Frage mit -C-R-C-. Wenn es geht 10.000µF. Viel hilft viel, also manchmal. Der Boden wird mit Holzleisten gefestigt. Ebenfalls der Rand stabilisiert zur Aufnahme der Deckelteile. Trafos sind schwer..


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Von TBT bestellte ich mir einen der letzte Trafo bevor die Quelle scheinbar für immer versiegte... Dieser liefert Sekundärspannung von 340V sowie 210, 230, 240V und einmal 6,3V bei ausreichender Leistung. Genau mein Ding. Der Heiztrafo liefert 2x10V mit 2x 5A, genau richtig für hohen Anlaufstrom. AÜ nehme ich von Reinhöfer, es sind alte Bastel -AÜ für eine maximale Verwendung von 50mA aber es reicht am Anfang für einen Test. Mörder-Bässe werden bei dem wenigen Eisen nicht zu erwarten sein. In erster Instanz will ich einen sauberen Aufbau schaffen mit Null! Nebengeräuschen. Sollte dieses alles gelingen, stehen Investitionen für ordentliche Ausgangsübertrager nichts mehr im Wege.


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Hier die ersten Gehversuch bei der Planung, habe tagelang hin und hergeschoben. Die besten Ergebnisse erzielte ich, wenn der Trafo auf der einen, die Vorstufenröhre auf der anderen Seite sitzt. Da kann man AÜ in jedweder Form zu Trafo drehen, viel bringt es nicht. Eine Verstärkerröhre mit µ=2 wie bei der 6AS7 zB trägt nichts zum Brummen dazu bei. Eine ECC83 mit max. 100x Verstärkung jedoch geflissentlich mehr.


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Das ist die Variante mit dem fertig 'geschnitzten' Deckeln aus Hartpappe, 2,5mm. Die AÜ wandern noch unter die Deckel bzw. ragen heraus. die Sockel ebenfalls. Auch der Heiztrafo bleibt 'oberirdisch', ich benötige jeden cm Platz unter dem Deckel. Das Gehäuse wird grauschwarz lackiert. Die Deckel in Hammerite Silber Hammerschlagefekt. Aber nun bin ich schon viel zu weit in der Zukunft. Die Übertrager sind von Reinhöfer (es sind Bastel-AÜs für max. 5W.) und dienen nur der Testphase.


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D as Ua/Ia Diagramm prognostiziert bei Ua =400V und Ug =-50V eine Ia von 50mA. Also kommt man mit Rk von 1000 Ohm gut zurecht. Das entspricht 2,5W Leistung, 10W Widerstände würde ich daher schon verwenden. Später werde ich dann mit der 230V Wicklung und einer Delon -Spannungsverdopplungsschaltung dann 460V bzw. mit einem Faktor von 1,1 dann k napp 500V erzeugen können. Das ist dann das Ziel, um auf eine Ua von 450V zu kommen. Mein Eckhorn benötigt nicht mehr als ein halbes Watt um sich nicht mehr unterhalten zu können. Als Vorstufenröhre nehme ich eine 6n6P, die russische 6,3V -Variante zur 12BH7. E ine sehr stabile Röhre aus der Zeit des Röhrenfernseherbaus, sie nimmt es auch mit hohen Spannungen auf und ist in etwas auf Augenhöhe mit einer ECC88 oder ECC99, nur günstiger. Als Treiber ist sie für die 845 perfekt, zumal ich bei dieser Spannung auf einen dreistufigen Aufbau verzichte !

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Die 845 werde ich mir zu Weihnachten unter den Baum legen:...Boaah...was für eine Überraschung! Danke, lieber Weihnachtsmann.. Daher ist mit einer Fertigstellung nicht von dem 24.12 zu rechnen. Auch werde ich noch bei Reichelt -Elektronik eine kleine Bestellung lostreten müssen und dann geht es nächste Woche wieder weiter...

Hier nun der nächste Schritt. Vormontage Kaltgerätestecker sowie AN/AUS und Sicherung. Dazu die Elkos für die Siebung 4x 330µF /450V und 4x 10.000µF /16V für die gleichgerichtete Heizspannung. Danach werde ich das ganze Teil erst einmal lackieren, dann die Komponenten auf den Deckel fixieren....

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Teil 2 der weihnachtlichen Hobbythek mit der 845 im Testaufbau, es ist immer noch mein Credo, nicht zuviel zu investieren, auch zeitlich gesehen in Bauarbeiten, aber es dennoch so zu gestalten, dass bei Erfolg man es so lassen kann,..schwieriges Unterfangen...Den ersten Mono-Testbetrieb hatte ich schon gestartet, sogar ohne Treiberröhre, ich hatte einfach den Vorverstärker SRPP ECC82 von Raphael Audio vorgeschaltet. Es stellte sich sogar bei 100% Poti Vollanschlag ein völllig brumm-, rausch- und störungsfreier Betrieb ein. Man konnte auch über das Eckhorn nahezu in Zimmerlautstärke Musik konsumieren ! Respekt !! Es kann also weitergehen... Es wurde aber schnell deutlich, dass mit einer Ub von 442V kein Blumenpott zu gewinnen ist. Die Ua läge dann mit einer Ug von -50V unterhalb von 370V, berücksichtigt man noch den ohmschen Widerstand der AÜs und den der Siebung im Netzteil. Daher musste eine Delon -Spannungsverdopplungsschaltung herhalten, die ich bei einer chinesischen 845 in Umsetzung fand und mich daher entschied, diese zu verwenden.


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Hier nun rechts unten der Ausschnitt der Delon-Schaltung. Statt einer Drossel verwende ich einen 100 Ohm 5W Zementwiderstand. Der Vorteil dieser Schaltung ist, das man auch Elkos mit niedriger Spannungsfestigkeit verwenden kann, da diese in Reihe geschaltet sind. Man sollte aber darauf achten, das die Kapazität ausreichend genug ist, ansonsten bricht die Spannung zusammen und es ist eher eine pulsierende Anodenspannung. Im Internet gibt es genügend Hinweise.


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Ansicht von oben, der Ringkerntrafo mit 2x10V 5A, der Netztrafo von TBT und die 4x 330µ /450V Elkos nebst den 4x 10.000µ Elkos für die Heizung mit Gleichstrom. Die Bohrungen sind als Entlüftung für die 10A Gleichrichter gedacht !


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Unten im Bild sehend sind bereits die 16W 1kOhm Widerstände eingelötet. Sie 'garantieren' eine Ug von -50V bei 50mA und einer Ua von 450V. Je nach Röhrenhersteller können sich geringfügige Unterschiede einstellen. 820 Ohm habe ich auch noch zur Verfügung. In Front sieht man auch die Bastel-AÜs von Reinhöfer, die bis 50mA ihren Dienst durchführen werde,..sollen, dürfen. Zunächst ! Die Ck haben die Werte 220µV /100V. Leider haben sich die Glaskörper der 845 beim Eindrehen in die Sockel von ihrem 'Metallfundament'. Wie doof. ...Ich hatte aber damit gerechnet. Habe versucht, diese wieder mit Sekundenkleber zu fixieren. Ansonsten muss man sehen, wie man diese Teile unbeschadet in den Sockel bekommt. Ich löte ungern an Sockeln herum, wenn schon Röhren drinstecken ! Also Obacht...!


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Röhren sitzen nun..Intern sind mit Teflon isolierte Drähte über Kreuz an die Kontakte gelötet, ein versehentliches Verwringen mit Kontakt z.B Gitter an Anode somit ausgeschlossen. Schön sind solche Erlebnisse trotzdem nicht. Die Sockel sind mit Holzfüßchen an den Boden geklebt. So kann man man sie bei Röhrentausch wieder lösen und geringfügig symetrisch ausrichten. Die Heizspannung beträgt exakt 10,75 V, auch ohne Siebwiderstand mit 2x 10.000µF 16V. Die beiden Gleichrichter mit 10A sitzen auf einem großen Kühlkörper, der mal für den LM3668 Chip gedacht war. Anfassen läßt sich der Gleichrichter kaum mehr, dass heißt, 60°C sind erreicht. Der Kühlkörper liegt irgendwo zwichen 50-60°C. Sollte auch aufgrund der Deckelbohrung funktionieren...Noch brennt nichts ab !


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Jetzt betreibe ich die 845 an einer 240V Anzapfung und erreiche mit der Delon Schaltung eine stabile Ub von 535V bei Ug= -50V und Rk = 1kOhm mit Ia = 50mA ! Die betonartigen Kathodenwiderstände werden selbst mit 16W Leistungsangabe bei 2,5W recht warm, ich tippe mal auf 50-60°C. Auch hier sollte für Belüftung gesorgt werden. Die Leistung der SRPP Stufe reicht an den Eckhörnern völlig aus. Was für eine Erkenntnis. In den nächsten Tagen werde ich die 6n6p in Betrieb nehmen. Bei einer Ub von 300V sollte sie für diese Konstellation völlig ausreichend sein. Erstaunlich ist auch die völlige Brummfreiheit, kein Knerspeln, Knirschen, Knarzen... SAGENHAFT !


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Hier die aktuelle Schaltung ohne Vorröhre ! ... Nun ist mir etwas sehr Dämliches passiert, daher stockte auch die Webseite bzw. das Weiterkommen des Projektes. Was ist passiert ? Ich habe an der Voröhre an den Befestigungsschruaben eine Vierfachreihe-Lötösen angebracht. Durch die Verbindung einer Lötfahne über den umseitigen Besfestigungsringes der Keramikfassung entstand ein Schluss auf den Eingang der 6n6p. Dadurch wurde ein Kanal extrem leiser, der andere verzerrte extrem früh ! Kein Wunder, wenn 1-50V Signalspannung auf dem Eingang liegen ! Das Problem wurde zufällig beim x-Betrachten gelöst. Das hätte aber auch Jahre dauern können, das hätte dieses Projekt jedoch nur auf der städtischen Müllkippe erlebt...Hier nun der Plan der Vorstufe:


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Ein Bild vom aktuellen Zustand. Nun heißt es Probehören. Die AÜs sind zwar relativ klein, bei dieser Leistung von 1,5 W aber völlig ausreichend, selbst im Bassbereich. Bei einer Ia von 50mA unbedenklich, daß zu wenig Eisen da ist. Selbst im Vergleich zu den 6AS7 Amps mit den M105 Kernen von Welter bzw. Ritter keinen Unterschied (zumindest beim ersten Hören nicht so offensichtlich). ..Das Gehäuse muss noch nachlackiert werden, Folgen der ewigen Umbauten, auch fehlen noch ein paar Deckelteile..


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Ein paar Bilder vom unfertigen Aufbau. Der Holzrahmen muss nach all den Arbeiten nachlackiert werden...


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Anfänglich hatte ich die Idee, mit einer kräftigen Triode als Vorröhre zu starten. Eine ECC88, 99 oder 6N6P (12BH7) kam also in Frage. In Sachen Miller-Kapazitäten erweist die die 845 als sehr gutmütig. Relativ schnell habe ich dann aber entscheiden, gegen eine EF80 in Pentodenschaltung zu wechseln. Ich habe noch einiges an EF80 bzw. EF860 bei mir rumfliegen, es sind günstige Kleinpentoden und werden hier und da im Hifi-Bereich eingesetzt. So setzte ich einen Bauvorschlag um aus dem Buch '107 Röhrenverstärker' von Harry van Dyck (Herausgeber Privat Verlag Borrentin). Dieses Buch ist übrigens sehr zu empfehlen ! Die Schaltung folgt später. In jedem Fall ist das Gehäuse mitlerweile so voll geworden, daß kein Draht mehr hineinpasst...


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Der mittlere Noval-Sockel ist erst einma stehengebleiben, ich hatte keine Lust noch einmal ein neues 'Brett' vorzubereiten, und man weiss nie, was später kommt...flexibel bleiben ! So - klingt es denn nun. Ich habe noch keine Messwerte der EF80 in der Schaltung. Aber der 'Geheimtip', Pentoden als Treiber einzusetzen bei leistungsstarken Trioden wie 2A3, 300b, 6AS7 oder auch 807, 845 hat sich voll bewahrheitet ! Grundsätzlich will ich alles andere nicht verdammen, hier gibt es kein richtig oder falsch Pentoden klirren anders, daher ist ein wenig klangliche Vielfalt erwünscht. Fortsetzung folgt...!


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Im Nachhinein betrachtet erweist sich eine EF860 oder EF80 als schwieriges Objekt, sollte die Ub unterhalb von 280V liegen. In meinem Fall ist das so.Ich hätte die Ub auch an das Ende der Spannungsverdopplungskette hängen können...Hätte, hätte ..Fahrradkette... ;-) Leider finden sich nur Abbildungen mit Ug = 170V bis 250V.Jetzt sollte Ia nicht kleiner als Ig2 sein. ...!? Solange die Röhre nicht an den Grenzen betrieben wird, kann dieses aber (relativ) egal sein. Zitat von Jogi's Röhrenbude, Paravicini Schaltung ... Ich habe es nicht gemacht und habe einen relativ guten AP gefunden mit Ua von 180V. Da bleibt noch genügend Spannung -Swing übrig für einen hohen Ug-Spannungshub bei ausreichender Verstärkung. In einer 2a3 -Schaltung habe ich es nach anfänglichen Problemen auf eine Triodenschaltung reduziert. Kann nicht behaupten, das die ungeraden K3- Verzerrungen nun gehörtechnisch fehlen oder das 'weiche Triodenbild' etwas schärfen...Alles gut !! Noch ein Hinweis in eigener Sache, man lernt ja nie aus.. die komplexe Frequenzweiche meines Eckhorns ist bereits für den Gebrauch eines Röhrenamps mit einer Kompensation belegt zum Ausgleich der Impedanz-Schwankung. Ich habe trotzdem den Kathodenwiderstand um 100 Ohm erweitert (Splitwiderstand). An diesem habe ich eine kleine Über-Alles-Gegenkopplung gelegt vom Plus -Ausgang des Ausgangsübertragers mit 8,2kOhm. Nun ist der Bass etwas voller und die Höhen sind ein wenig präsenter. Über Freuquenzerweiterung gerade bei kleinen Ausgansübertrager ist ja vieles nachzulesen... (z.B bei Frank Kneifel) -> http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Frank-Kneifel-PCL805-Amp/Kapitel%201.htm)