Backloaded Horn BK201 mit Sica 8D 1,5 CS

Oktober 2012

Nach jahrerlanger DIY -Abstinenz im Bereich Lautsprecherbau kam mir der Wunsch meines Bruders gerade recht, nach dem Bau einer Triodenendstufe mit der VT807, diese mit einem Päarchen Hornlautsprecher zu beglücken...Nach dem Bau des 'großen Bruder BK208' mit Fostex FE 206E sollte es ein etwas kleineres Horngehäuse sein, ebenfalls mit Breitbändern ausgestatten. Aufgrund von positiven Klangeigenschaften anderer DIYer entschied ich mit zum recht günstigen SICA 8D 1,5 CS von Spectrumaudio. Die Außmaße sind fast identisch zum FE206E. Der Preis liegt bei etwas mehr der Hälfte pro Lautsprecher. Untenstehend zu entnehmen die Maße. Der Bauplan zum BK201 kann von der Seite Musik erleben..Pirkensee entnommen werden, sowie viele andere.


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Der Frequenzgang ist für einen Breitbänder typisch, mit 95db bei 1Watt kein Kind von Traurigkeit. Ab 2kHz nimmt die Lautstärke zu, da aber der Bassbereich aufgrund des Hornverlaufes zunimmt, kein Nachtteil. Bis 17kHz mit über 90db vertreten dürfte man auch im Hochtonbereich keine großartigen Schächen erwarten. Ebenfalls zu entnehmen ist der Impedanzverlauf, gerade interessant zur Simulation mit AJ Horn Zum Glück habe ich noch eine ältere Version in Besitz.


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Damit wären wir auch schon bei der Eingabe der physikalischen Daten für das Programm, diese kann man von Spectrumaudio unter der Rubrik Breitbändern und Sica 8D 1,5 CS so übernehmen.


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Nun zur Gehäusesimulation. Auf der Internetseite AJ Horn Simulation sind die Parameter zu entnehmen. Auffällig ist hier, daß Werte für 'VVk' angegeben werden. Eigentlich hat dieses Gehäuse keinen echte Kompressionskammer, da der Lautsprecher rückwirkend direkt in den Hornhals strahlt. Die Unterschiede sind aber im Vergleich marginal, deswegen habe ich diese hier mit angegeben. Ein weiterer Vorteil dieser Gehäuseart ohne Vorderkammer besteht darin, auch LS mit höheren Güten (QTS > 0.25) zu benutzen. Für die optimale Größe einfach Bild herunterladen oder Zoom-Faktor verändern, damit Zahlenwerte besser erkannt werden können.


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Hier die schöne 'Italienerin'...


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Was als erstes positiv auffällt ist das hohe Eigengewicht des Breitbänders, die stabile Bauweise und der 'Hammer-Magnet' was man für diesen Preis nicht unbedingt erwarten kann. Insgesamt wirkt der Lautsprecher sehr hochwertig.


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Nach der Abholung aus dem Holzfachmarkt, habe ich die Konstruktion grob zusammengestellt um Anzahl und Maße zu überprüfen, der Zuschnitt ist aus dem 'OBI',..ein sehr sauberer Zuschnitt, nahezu milimetergenau ! Die Kosten lagen bei ca. 60€ incl. Zuschnitt.


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Hier noch einmal die abfotografierte Stückliste der Bauteile in MDF 19mm. Sollte jemand dies als Basis für 'seinen Bausatz' ansehen, bitte trotzdem noch einmal mit dem original pdf -Plan vergleichen...


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Der kleine Bruder der BK208,...hmmm -klein ist sie wirklich nicht. Es fehlt noch die Front. Hier wird die Frontplatte, die den Sica aufnimmt, auf die bereits eingeleimte mit 6 Schrauben fixiert. Somit kann man in Zukunft andere Lautsprecher einbauen, die einen anderen Kreisausschnitt besitzen. Mein Bauplan sieht keine Gehrungsschnitte vor, nur 90° -Bretter. Der Hornaustrittsbereich wird noch mit Noppenschaumstoff ausgekleidet, in die Hohlräume Sand. Ebenso erhält die Hornkehle im hinteren Bereich ein Lage Noppenschaumstoff, zudem eine 'lose Rolle' Dämmstoff Marke 'Sonofil' hinter den Lautsprecher.


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Hier noch einmal der Blick ins Innere...


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Zweimal 19mm MDF nehmen den Sica auf, die erste Platte wird mit 8 Schrauben mit der eingeleimten Grundplatte fixiert.


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Erster Klangeindruck heute, ich war einfach zu neugierig...: Natürlich darf man Lautsprecher nie alleine hören, nur im Paar - somit habe ich eine BK208 Fostex zu 'einem Viertel' mitspielen lassen. Die Sica wurden mit Krokoklemmen intern verbunden, ein wenig Polyesterwatte zur Dämpfung der oberen Tonlagen reingelegt... Zudem ist der Sica-LS nicht eingespielt und noch ziemlich 'fest', einspielen ist unabdingbar! Was bleibt aber hängen: Leiser als die BK208, welches keine Überraschung ist, aber nicht unbedingt nachteilig. Mit 3 Watt völlig ausreichend für mein 50m² Wohnzimmer. Weniger Bassfundament, dafür tonal recht ausgeglichen und neutraler als die Fostex BK208. Wenn man bei Hörnern überhaupt von einem ausgeglichenen Klang reden kann. Stimmen kommen sehr klar und direkt herüber. Kein 'Topfklang', alles konturiert, keine stören aufdringlichen Eigenschaften, wie es sonst bei Hornlautsprecher der Fall ist. Der Soundcheck fand ohne Impedanzkorrektur statt,es gibt bei 150 und 400 Hz gibt es einigen Einbrüche (s.o), bei Trioden-Verstärker ist dies nicht so entscheidend, ganz im Gegensatz zu Röhrenendstufen mit Tetroden (Beam-Power...), oder Pentoden. Dann die Stunde der Wahrheit, die zweite Box war fertiggestellt, Auftakt zu zweiten Hörprobe...: Die 6ASL Doppeltrioden-Endstufe ist mit einer schwachen Strom-Gegenkopplung in der Vorstufe ECC88 aufgebaut, also von Natur aus recht lebendig und munter im Bassbereich. Der Nakamichi -Preamp ist neutral eingestellt. Instrumente und Stimmen kleben nicht an der Membran sondern stehen im Raum, völlig losgelöst. Gehört wurde Robin Trower, Gov't Mule, Hohn Lee Hooker, also eher blues- und rocklastige Musik. Beim Soundcheck stehen die LS ca. 0,5m von der Wand entfernt, offen und nicht in der Ecke stehend. Wie gesagt kann es im Bass ein wenig mehr sein, nun sind aber 50m² für diesen LS kein Pappenstiel, im Vergleich zum BK208 bin ich mitlerweile der Ansicht, das der Bass auch überpräsent ist -auch, wenn es der Tonträger nicht so hergibt. Alles eine Frage des Geschmackes. Die Mischung aus beiden Welten wäre, so glaube ich, optimal! So klanglich unauffällig der Sica daherkommt, desto interessanter wird er im Laufe des Hörens, und wenn man das BK208 erst einmal aus 'den Ohren' verloren hat, so würde ich ihn fast eintauschen...Ebenfalls erstaunlich, daß der LS einen recht großen Sweet-Spot besitzt, man kann sich ruhig im Stehen ein paar Meter bewegen, so daß man nicht plötzlich alle Höhen verliert und im Dumpfen verbleibt. Der Fostex ist in dieser Hinsicht etwas zimperlicher. Für den Preis von 61€ von einem Sica 8D 1,5 CS eine nahezu unschlagbare Tatsache... An Weihnachten wird dieser LS nach Hamm überführt, dort spielt er an einem Orthophonic -Preamp von Raphael-Audio (SRPP) an einer VT807 -Endstufe mit 3-4 Watt pro Kanal, das Zimmer ist ca. 25m² groß, dann folgt ein weiterer klanglicher Eindruck, auf den ich jetzt schon sehr gespannt bin..


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Bei Handauflegen auf die Gehäuseflächen stellt man so gut wie keine Schwingungen fest, auf eine doppelt aufgeleimte Seitenfläche oder Stabilisierung der Hornfläche im Austritt kann verzichtet werden, schon einmal sehr positiv.


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Hier ein Bild aufgenommen mit einem Iphone 4GS, daher keine so gute Qualität! Zudem wirkt es leicht verzerrt...


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Hier nun der endgültige Aufstellungsplatz, zu sehen in Front der Röhrenverstärker mit einer VT 807 als Triode und einer 6SL7 GT als Treiberröhre, untenstehend der bekannt Vorverstärker Orthophonic aus dem Hause Raphael Audio. In diesem Wohnraum (etwa 18m²) entfacht der LS sein wahres Können. An der schwach gegengekoppelten 807 spielt er überaus flink mit einem mittigen Soundspektrum, der im höheren Frequenzbereich etwas an 'Fahrt aufnimmt', so daß der Bassbereich etwas nach hinten gedrückt wird. Es empfiehlt sich daher einen Sperrkreis einzubauen der bei ca. 1-2 kHz zupackt, die Dämpfung sollte mindestens 3dB betragen. Gesagt getan. Nun wird es wieder gefälliger. Es ist beeindruckend wie leichtfüßig und unangestrengt diese Art von Lautsprecher Musik wiedergeben. Der Bassbereich, wenn auch nicht sehr tief 'brüllt' einen nur so an..

Nach eine 'Eingewöhnungphase' haben wir der Box doch noch einen Sperrkreis spendiert. Der Hochtonanteil überwiegt im Frequenzbereich, so daß der Bassbereich etwas unter die Räder gerät.

  • Lautsprechershop Achenbach : Berechnung von Saug-, Sperrkreis.

    Hier können die Werte für Spule, Widerstand und Kondesator berechnet werden.


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