Rebuild des Raphael -Audio TSE-4


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Aus Essen bekam ich eines Tages von meinem durch viele Bausätze ebenfalls leidgeplagten Röhrenfreund ein schönes Blechgewand incl. Trafo und Ausgangsübertrager überreicht. Stammen sie doch von Raphael -Audio aus Dortmund und bildeten damals die Einstiegsdroge zum Thema Röhrenverstärker für DIYer..


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Leider gibt es keinen originalen Link mehr zum TSE-4 Bausatz.


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Der Bausatz basierte auf einer triodisierten EL84 mit ECC83 (12AX7) und einer Gleichrichterdiode EZ81. Mir gefiel der Ansatz mit einer EF86 in ebenfalls triodisierter Form besser, zumal ich noch einiges an Röhren dieser Bauart herumliegen hatte...Der Ausgangsübertrager ist in 4k. Er ist recht klein, bringt aber erstaunliche Tiefe mit sich. Auf ebay erstand ich zwei EZ80, die in dieser Form völlig reichen. Konstruktiv bedingt brummte der Amp ein wenig. Mein Kollege schob es auf die nicht ordnungsgemäß gedrehten Trafos, somit kommt es zu Frendinduktion bei falscher Ausrichtung. Da das Gehäuse aber bereits vollständig bearbeitet war, gab es keine Möglichkeit die Trafos zu drehen. Hmmm. ... Es war eben nur so ein 'störender' Hauch an Brummen, der bereits viele in die tiefe Verwzeifelung trieb. Da der Amp schaltungstechnisch nicht in meiner Fassung gegengekoppelt war versuchte ich es mit einer Kombination aus Stromgegenkopplung durch Weglassen des Kathodenkondensators an der EF86 sowie eines Einbringens einer phasenstarren Gegenkopplung. Eigentlich bedarf es bei triodisierten Pentoden keiner weiteren Gegenkopplungsmaßnahme, aber das Thema läßt sich ausschlachten in Pros und Cons in der Länge des Dreißigjährigen Krieges und findet in beiden Richtungen seine Jünger und Anhänger.. Mein Kollege aus Essen übte sich früh im Ansatz nach Götz Wilimzig (Höchst Empfindlich) uns stattete seine EL84 ebenfalls mit dieser Profi-Gegenkopplung aus. Diese findet sich in der legendären PC86 /PL82 Schaltung wieder, die man im Internet leicht findet. Nach Wilimzig ist Gegenkopplung von der Sekundärseite zurück zur ersten Röhrenstufe unlinear und stark frequenzabhängig. Das ist schlichtweg Unfug und findet sich häufig in Billigbauweisen wieder. er Hinweis auf die letzte Linearisierung bei minimalem Klirr gerade bei der Benutzung höchstempfindlicher Lautprecher kommt gerade bei meinen Beymas voll zur Geltung und ich kann mitlerweile gerade in dieser Kombination das Erklärte nachvollziehen, da gehört ! Ansonsten gehöre ich nicht zu der Fraktion derjenigen, die das berühmte 'Haar in der Suppe' suchen. Auch krieche ich nicht in Lautsprecher oder hänge mit meinen Ohren an der Membran auf der Suche nach den verbliebenden Höhen... [Nachwort Jan. 2020 - mitlerweile bin ich eher wieder der Über-Alles-Gegenkopplung zugeneigt, aber das scheint alles eine Frage der Philosophie zu sein, bzw. Tagesform !? Hören ist manchmal schwierig..] Die Zeichnung ist entsprechend anepasst. Der Widerstand zwischen 3,3 und 8,2k ist nach Hörgewohnheit zu wählen, ab 24k hat er nahezu keine Wirkung mehr.


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Auf den ersten 47µF Ladekondensator kann verzichtet werden, wenn wie hier eingezeichnet zwei Dioden den Ladestrom begrenzen. Dann ist zwar der eigentliche Sinn einer GRR nicht mehr gegeben, allerdings benutze ich in dieser Schaltung keinen Anodenspannungs-Schalter, somit fährt die Spannung schonend hoch, solange die Röhren noch nicht geheizt sind.