Restaurierung MV3 Vermona -Klingenthaler Harmonikawerke-DDR

Umbau zum Gitarrenverstärker


Der DDR Röhrenkassettenverstärker MV3 der Fa. Böhm. Die Fa. Böhm aus Klingenthal begann Anfang der 60er mit dem Bau von Röhrenverstärkranlagen, die unter dem Namen REGENT geführt wurden. Der MV3 ist ein zweikanaliger Verstärker mit folgender Röhrenbestückung : 1x EF86 ,2x ECC83 , 2x EL84 im Gegentaktbetrieb. Das sollte für ca. 15 Watt Leistung genügen.In meiner ersteigerten Version waren bereits die DIN-Eingangsbuchsen durch Standard-Klinke ersetzt. Einem Einsatz für E-Gitarren steht also nichts mehr im Wege...Der Aufbau ist ähnlich dem eines VOX AC15 in Sparvrsion.

MV3

Aufgrund der engen Platzverhältnisse ist das Gehäuse des Vermona-Amps recht gut gefüllt. Ein Brummton beim Einschalten nach ein, zwei Minuten inclusive. Der Geräuschspannungsabstand ist von Hause aus ohnehin sehr hoch. Bei Lötarbeiten empfiehlt sich eine schnelle Hand, ansonsten löst sich die Lötbahn von der Pertinax-Platine, also aufgepaßt ! Ansonsten mit Draht überlöten. Also zunächst den Trafo ausgebaut und die Sieb-Elkos gegen neue Typen getauscht. Die Germanium-Dioden blieben erhalten.


MV3

Für Signale mit niedrigem Ausgangspegel sorgt in der ersten Stufe eine EF86 in Pentodenschaltung für die notwendige Verstärkung. Allerdings ist die Schaltung in der orginalen Konfiguration nicht für einen verzerrungsreichen Sound ausgelegt. Dafür bietet der Verstärker Platz für reichlich Headroom im Clean-Bereich bis der 'Arzt kommt'... Ohne vorgeschaltetem Tube-Screamer ist also nix mit Crunch...

  • http://www.jogis-roehrenbude.de/Verstaerker/MV3.htm : Der EL84-Gegentaktverstärker MV3 Hersteller VEB Klingenthaler Harmonikawerke

  • http://www.vermona.de/htm/oldpa.htm : Der DDR-Röhrenkassettenverstärker MV3 Firma Böhm

  • http://www.fonar.com.pl/audio/fotki/mv3/mv3.htm : Polnische Seite mit vielen Bildern und Downloads am Ende mit Schaltungen.


  • MV3

    Der Aufbau meines Gerätes wich ein wenig ab von dem des Originalgerätes,z.B wurde die Tonregelung (Höhen, Bass, Volumen) neu verdrahtet und direkt hinter den Potis mit einer Lötleiste neu aufgebaut. Ich habe nur die Funktion Tonregulierung hinter der EF86 belassen, die vom zweiten Kanal hinter der ECC83 habe ich entfernt, da sie zudem recht nah am Trafo saß und es zu Brummeinstreuung kam. Nach dem Entfernen war sofort Ruhe im Karton ! Alle Spannungen wurden gemäß Angaben der Schaltbildes überprüft und stimmten sogar nahezu 100% überein.

    MV3

    Um ausreichenden Gain (Verzerrung) zu erzeugen haben ich alle Stufen zusammengeschaltet, mit dem Einschleifen eines zweiten Potis (aus der Tonregler der 2. Stufen) sieht die Schaltung dann wie folgt aus (schematisch) Eingang-> EF86 - 1/2 ECC83 -Poti -1/2 ECC83-1/2 EC83 -Poti -1/2 ECC83 -Vol.Poti- 2xEL84 wobei die letzte Stufe der 1/2 ECC83 nur als Splitstufe für 2x EL84 (Gegentakt) darstellt und somit nahezu keine Vertärkung gibt. Somit läßt sich jede Verstärkungsstufe(n) mit einem eigenen Gain-Regler versehen und das bereits angezerrte Signal über den Regler eindrosseln. Das Ergebnis ist immer noch brutal, Volumenregulierung für Schlafzimmerlautstärke nahezu unmöglich. Aber das ist bei reinen Röhrenverstärkern normal.


    MV3

    Ich habe jetzt für die EF86 von Svetlana und für die beiden ECC83 von JJ Electronics entschieden. Nach mehreren Kombinationen hielt ich dies für die beste Wahl. Man erzielt aber den 'besten Sound' mit einem bereits angezerrten Signal eines Tube-Screamers zB Ibanez TS7.